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Freitag, 2. Juli 2010

Debriefing - Viertelfinale - Spiel 1

Ahja, die Holländer. Ewiger Geheimfavorit, ewiger Viertelfinalverlierer. Seit 20, 25 Jahren gehören die zum erweiterten Favoritekreis, spielen gefälligen Fussball und scheitern pünktlich im Viertelfinale. Aber dieses Jahr nicht - man rumpelt etwas zusammen wie eine 20 Jahre alte Bauknecht und besiegt dafür gleich mal den ewigen echten Favoriten und Rekordweltmeister. Und obwohl man sehr Scheisse gespielt hat (van Persie ist schon die ganze WM hindurch zum vergessen, De Jong wandelt ständig in der Nähe des Ausschlusses rum, van Bronckhorst ist unsichtbarer als Chevy Chase, und van Bommel ist vor allem eine Gefahr für den eigenen Spielaufbau) und eigentlich nur durch puren Zufall (ich mein, hey, wie gross ist schon die Chance dass der Cesar ein Duell im Luftkampf gegen seinen eigenen Verteidiger verliert) gewonnen träumt man jetzt schon vom Finale. Sonst noch Wünsche? Ich hab bis jetzt noch keine Holländer gesehen die den Urus das Wasser reichen könnten. Aber mal sehen was später noch rauskommt?
Und die Selecao? Sollt sich bei Dunga bedanken. Anstatt die maroden Oranjes zu überrennen wollt man 80 Minuten ein 1:0 verwalten und hat am Schluss festgestellt dass einem die Zeit davonläuft. Das ist der Stevens-Faktor (der gute Huub hat mit seiner Truppe fast soviele Tore wie unter Vorgänger Adriaanse bekommen, aber weit weniger geschossen) - anstatt den Gegner kaputtzuspielen und damit auch riskieren ein zwei Türln zu bekommen mauert man sich ein und bekommt die zwei Türln erst recht. Des passt scho so - better luck next time, im eigenen Land.
Aber zumindest war das Spiel stellenweise grosses Kino und hat für so manche lahme Vorstellung (PAR:SVK, anyone?) entschädigt. Nur der Schiri hätt viel mehr Karten auspacken sollen. Da ist ja Eishockey teilweise harmloser als Fussball - aber anstatt dass man die Idioten reihenweise vom Platz stellt ändert man ja die Gelbsperrenregelung damit die Holzhacker auch im Finale spielen können anstatt sich das Spiel von der Tribüne aus anzusehen...

Niederlande : Brasilien
2 : 1 (0:1)

Dienstag, 29. Juni 2010

Debriefing - Achtelfinale - Spiel 6

90 Minuten sind sie rund um den 16er gelaufen und sich totgespielt, aber gewonnen haben sie nicht. Willkommen in der Welt der Chilenen. Die Brasilianer die sich vor dem Spiel über die defensive Anlage ihrer Gegner beschwert haben wurden hint reingedrückt wie schon seit Äonen nicht mehr - macht aber nix, gewonnen haben sie trotzdem. Dazu hat man aber einen Standard und zwei Konter gebraucht, denn echtes offensives Spiel war da nicht viel.
Das liegt dran dass dem Kaka nicht viel gelingt, Luis Fabiano 70 Minuten untertaucht (und trotzdem seine Tore macht) und Elano nur zuschaut. Wobei, grad Elano verkörpert ja das Dilemma des brasilianischen Fussballes. Bitte der spielt bei Gala - früher hat sich die brasilianische Elf nur aus den besten Klubs rekrutiert, heutzutage halt von Pana, Gala oder der VW-Werkself. Kein Wunder dass der Dunga sein Team so einstellt. Dafür hat er halt die halbe (H)Inter-Mannschaft, und die ist den Mourinhoismus eh gewohnt.

Schad für die höchst gefällig spielenden Chilenen - aber man ist ja noch jung und kann noch einige Erfahrung sammeln. Denn dieses Mal waren abermals die Brasilianer, wenn nicht unbedingt besser dann auf jeden Fall schlauer. Mal schauen wie schlau sie im Viertelfinale sind.

Brasilien : Chile
3 : 0 (2:0)

Freitag, 25. Juni 2010

Debriefing - Gruppe G - Spiel 5/6

Ahja, die Todesgruppe. Und das war sie eigentlich auch. Todlangweilig nämlich. Da steigt also Portugal ins Achtelfinale auf, mit den meisten geschossenen Toren und ohne Gegentor. Dabei hat man zweimal eine peinliche Nullnummer produziert und nur dank der inferioren DPRKs die Bilanz zustandegekommen. Wär anstatt der Nordkoreaner die vierte Mannschaft in dieser Gruppe halbwegs brauchbar gewesen hätten sich die Portugiesen angeschaut. Und über die Brasilianer braucht sich keiner wundern. Das ist eben der neue Zauberfussball der Marke Dunga. Selbst mit Kaka und Robinho tut man sich schon schwer, aber ohne die beiden (ohne einen angeschlagenen, ausser Form spielenden Kaka) sieht man so traurig aus wie die Franzmänner. Fehlen eigentlich nur mehr die blauen Dressen. Die Brasilianer mögen sich im Achtelfinale gegen die Chilenen wohl noch durchmogeln, aber für die Portugiesen könnts eine Watsche geben.

Die Ivorer und Nord-ROKs haben brauchbare Statisten abgegeben, dankbare Opfer. Mit einer Tordifferenz von 1:12 haben unsere Freunde zwischen Yalu und Han was ganz wunderbares zustandegebracht, dabei aber gleich viel Tore wie der Vizeweltmeister erzielt. Von den Japanern und den echten ROKs ist der dritte Vertreter (sans den Aussies) der AFC, wer auch immer das ist, aber weit entfernt. Und der afrikanische Vertreter hat die in ihn gesetzten Erwartungen vollends erfüllt. Der FC Drogba hat mit mediokren Leistungen 4 Punkte gemacht, aber nur dank der Nordkoreaner. Sonst wär man mit Leichtigkeit Gruppenletzter geworden, wie die anderen Afrikaner auch.

Erwartungsgemäss haben sich die Favoriten durchgesetzt - ausnahmsweise.

Portugal : Brasilien
0 : 0 (0:0)
Nordkorea : Elfenbeinküste
0 : 3 (0:2)

Montag, 21. Juni 2010

Debriefing - Gruppe G - Spiel 3

Na schau, geht doch. Wenn der sonst im Dreieck springende Dunga mal gelegentlich nicht aufs Feld sieht spielen seine Jungs sogar auch Fussball. Zumindest dann wenn sie nicht grad vom Platz fliegen. Oder Handball spielen.

Ich beschwer mich eh nicht. Das Spiel hatte zeitweise grossen Unterhaltungswert. Auch wenn der meist auf Einzelaktionen, Abwehrschwächen oder besagte Aktionen zurückzuführen war. Dunga sei Dank spielt man ja gegen inferiore Gegner die man vor ein paar Jahren noch mit einer richtigen Packung heimgeschickt hätte Angsthasenfussball und kriegt am Schluss erst recht noch ein Tor (was meine Tipps dann immer über den Haufen wirft). Das ist ein bissel der Stevens-Effekt. Der hat bei Salzburg auch defensiv gespielt - aber fast so viele Tore bekommen wie sein Vorgänger Adriaanse dafür um Ewigkeiten weniger geschossen. Und zum anschauen war obendrein auch nicht.

Und die Ivorer... ja, bei all den grossen Namen da vorn übersieht man halt immer wieder gerne dass die Hintermannschaften der afrikanischen Teams Regionalliganiveau haben. Und wenn sie wenigstens Regionalliganiveau im Handball hätten könnten sie gegen den Luis Fabiano auch was ausrichten.

Brasilien : Elfenbeinküste
3 : 1 (1:0)

Sonntag, 20. Juni 2010

Tipp - Gruppe G - Spiel 3

Der Tip des Nerd:

Brasilien : Elfenbeinküste
3 : 0

Mittwoch, 16. Juni 2010

Debriefing - Gruppe G - Spiel 2

Da trifft also der ewige Favorit und die wohl stärkste Mannschaft der Welt auf die Nonames aus Kommie Kingdom, Platz 4.221 der Weltrangliste und die Nordkoreaner liefern da eine Vorstellung ab auf die selbst wir stolz wären. Und ich, der immer sudert wenn sich da Mannschaften einmauern muss da meinen Hut ziehen. Den es ist ein Unterschied wenn ich mich hinten einmauere weils der Trainer für schlau hält oder weils schlicht um mein Überleben geht. Und natürlich hat kein Mensch gedacht dass die Koreaner da mitspielen werden.

Und man war im Konter nicht ungefährlich - das Tor ist ja nicht umsonst gefallen. Da hatten schon andere Teams bei dieser WM weniger Zug zum Tor. Und nach der lauwarmen Vorstellung der Ivorer und Potugiesen heut Nachmittag kann man gespannt sein ob da nicht noch jemand Punkte lassen wird.

Brasilien : Nordkorea
2 : 1 (0:0)

Dienstag, 15. Juni 2010

Tipp - Gruppe G - Spiel 2

Der Tip des Nerd:

Brasilien : Nordkorea
2 : 0

Donnerstag, 10. Juni 2010

Gruppe G

Haxn des Bösen

Da wären einmal, klar, die Nordkoreaner. Den dortigen Heldengeschichten zum Trotz (die ja besagen dass Kim höchst selbst schon einmal die WM gewonnen hat und in jedem Spiel ein Dutzend Tore erzielt hat) steht man zum ersten Mal bei einer WM. Man wird sehen obs zu einer Überraschung reicht - in der sogenannten Todesgruppe eher unwahrscheinlich.
Dann sind da, daschauher, die Brasilianer, neuerdings Urananreicherungsfreunde des Iran. Bei denen sind die meisten Heldengeschichten wahr, die stehen gefühlt zum hundertsten mal in einer Endrunde.
Und komplettiert wird die Runde durch die Ivorer und die Portugiesen - beides Nationen die in Afrika nicht nur einmal umgegraben haben und denen auch diesmal einiges zugetraut wird.

Brasilien - 2.087 ELO-Punkte

Eine WM bei denen die Brasilianer nicht zumindest Mitfavoriten gewesen wären hats praktisch noch nie gegeben. Hat natürlich auch seine Gründe - wobei mit brilliantem Offensivspiel hat man dabei noch selten überzeugt. Auch diesesmal siehts danach eher nicht aus - man hat als eine der wenigen Mannschaften bei der WM einen negativen Offensivkoeffizienten. Und als nominal beste Mannschaft im Turnier könnte das problematisch werden.

Portugal - 1.846 ELO-Punkte

Der FC Ronaldo hat traditionell die Möglichkeit alles zwischen Gruppenrundenaus und Titel zu erreichen - also ein bisschen wie die Franzosen, bloss dass man sich mehr aufs spielen versteht. Letztendlich wirds fürs weiterkommen wohl reichen, aber da man im Achtelfinale im Normalfall auf die Nachbarn von der iberischen Halbinsel trifft wirds das wohl gewesen sein.

Elfenbeinküste - 1.738 ELO-Punkte

Der FC Drogba hat... grad bei den afrikanischen Mannschaften ists immer gefährlich die an nur einem Spieler, dem bekanntesten in Europa, festzumachen. Klar wird der ihnen fehlen - und nach der schlechten Präsentation beim Afrika Cup ist eher nicht zu erwarten dass sie hinten so organisiert sind um vorne schlechte Leistungen zu verkraften.

Nordkorea - 1.525 ELO-Punkte


Die Nordkoreaner sind bekannt dafür ihr Land zu untertunneln und verbunkern. Und etwa das selbe werden die in ihrer Spielhälfte veranstalten. Wird man damit weit kommen? Kaum. Wird man damit die anderen ärgern und vielleicht sogar einen Punkt mitnehmen? Denkbar. Wird man dabei eine Menge lernen. Ja - die werden wir vielleicht bald wieder sehen.

Aufsteiger: Brasilien, Portugal